Chronik der Ortsgemeinde Münk

Kleiner historischer Abriss

(Ende der Feudalherrschaft)

Der Ort wird im Jahre 1347 in einem Schriftstück (Lehensrevers) über Güter in Munkebach und Eßbach (Eschbach) des Gehard von Dickscheid (Ditscheid) gegenüber den Brüdern Philipp und Theoderich von Virneburg noch „Munkebach“ genannt.

Der Name wandelte sich dann im Lauf der Jahrhunderte von Munkebach über Monnike, Münung (siehe Karte von 1780), Münch zu Münk.

Münk gehörte zur Grafschaft Virneburg, die nach dem Aussterben der Virneburger Grafen im Mannesstamm, zum größten Teil vom Kurfürsten von Trier an sich gebracht wurde.

Nun wurden die Grafen von Manderscheid-Schleiden mit der Grafschaft belehnt und sie kam nach dem Tode des letzten Grafen von Manderscheid-Schleiden (1593) als Erbteil der Virneburger Gräfin Elisabeth an die Grafen von Löwenstein-Wertheim, bei denen die Grafschaft bis zum Jahre 1794 verblieb.

Aus einem Bericht des Jahres 1583 geht die Zahl der Untertanen für einzelne Orte hervor: Anschau (25), Baar (30), Dütscheid (20), Hirten (60), Monnike (Münk 25), Luxem (15), Virneburg (70), Weiler (80).

Einige weitere Einwohnerzahlen von Münk, wobei für Zeiten vor 1800 keine genauen Angaben bestehen

1623: 25 Familien   1925: 167 Einwohner
1680: 12 Familien   1936: 192 Einwohner
1828: 35 Familien mit 158 Einwohnern   1951: 207 Einwohner
1870: 31 Familien mit 170 Einwohnern   1990: 259 Einwohner
1890: 136 Einwohner   2006: 278 Einwohner
1910: 178 Einwohner      

Für das Jahr 1724 zeigt eine Urkunde, welche Abgaben z. B. bei Einnahmen an Hafer aus dem Virneburger Zehnten zu leisten waren:

(der Kurfürst von Trier erhielt 2/3 und der Pastor 1/3 des Zehnten)

  Malter Sümmer Minkel
Nachtsheim 14
Boos 22
Munich (Münk) 9 4
Dickscheid (Ditscheid) 10

Gemäß Virneburger Maß:

1 Malter = 8 Sümmer 195,3067 Liter
1 Sümmer = 4 Sester 24,4133 Liter
1 Sester = 4 Minkel 6,1033 Liter
1 Minkel =   1,5258 Liter (evtl. 2,0344 Liter)

Der dem Grafen von Löwenstein-Wertheim-Virneburg gehörige „Ober-Eschbacherhof zu Münk“ mit 2 Hektar Land und 3 Hektar Wiesen, wurde am 14. August 1805 für 725 Frs. (193 Taler) versteigert und am 31. Januar 1811 auch der dem o.a. Grafen gehörige „Lüßgeshof“ für 3325 Frs. (886 Taler).

Zur Gemeinde Münk gehörende Mühlen:

Münker Mühle Die Münker Mühle stand auf der rechten Bachseite der Mimbach, am alten Kirchweg (Rüsselsberg) nach Nachtsheim. Die Mühle wurde 1609 von Hermann Schmitt (Schmitts Hermann von Münk) erbaut und lieferte jährlich ein Malter Korn an die Grafschaft Virneburg. Während des 30-jährigen Krieges (1618-1648) wurde sie zerstört, im 18. Jahrhundert aber wieder neu errichtet. Im Jahre 1673 hat Peters Sohn, Peter von Münk, eine Walkmühle ohne Genehmigung aufgebaut. Im späteren 17. Jahrhundert wurde die Mühle dann zu einer Ölmühle umgebaut, musste aber aufgegeben werden und ging zu Grunde. 1718 stellte der Erbe Peter Jax von Münk den Antrag, die Mühle wieder aufbauen zu dürfen und im Jahre 1790 wurde die Münker Mühle wieder mit einem Mahlgang aufgeführt. Auf einer Karte von Tranchot und auf einer Preußischen Karte von 1841-1858 ist der Standort der Mühle noch eingetragen.
Eschbachmühle Die Eschbachmühle stand auf der rechten Seite des Eschbachs, nördlich vom Ort Arbach. Die Mühle wurde ca. um die Mitte des 19. Jahrhunderts erbaut. Auf der Tranchotkarte (18. Jahrhundert) ist der Standort noch nicht eingetragen. Frühere Belege sind nicht bekannt. Etwa 1918 kaufte Philipp Saxler (1886-1971) von Köttelbach die Eschbachmühle mit Ackerland von den Geschwistern Wiedau, welche nach Nachtsheim übersiedelten. Die Mühle war bis 1931/32 in Betrieb. Anfang der 60-Jahre wurde die Mühle verkauft und verfällt seit einem Brand in den 70-er Jahren zur Ruine.

Im Jahre 1808 (Franzosenzeit) war Münk (Münch genannt) der Mairie (Bürgermeisterei) Virneburg zugeteilt und die Gemarkung umfasste 88 Hektar Ackerland, 12 Hektar Wiesen und 131 Hektar Waldungen.

Münk ist und war schon in früheren Jahrhunderten nach Nachtsheim eingepfarrt.

Im Jahre 1730 lag es im Streit mit Nachtsheim, die Einwohner von Nachtsheim hatten damals den Kirchensteg der Münker über die Mimbach zerstört. Darauf klagten die Münker durch den Virneburger Amtmann gegen Nachtsheim, weil nun ihr Weg zur Pfarrkirche erschwert sei und bei Hochwasser auch das Viatikum (letzte Wegzehrung) nicht gereicht werden könne.

1734 bittet der Amtmann von Virneburg die Gemeinde Nachtsheim den Steg wieder in Ordnung zu bringen.

Da das nachbarliche Verhältnis zu Nachtsheim aber weiterhin nicht gut war, kam Münk 1806 zur Pfarrei Boos.

Auseinandersetzungen mit Boos führten jedoch dazu, dass Münk 1825 wieder zu Nachtsheim zurück wollte. Diesem Wunsch wurde am 07.11.1826 auch durch den Bischof entsprochen.

Im Jahre 1758 wurde eine kleine, wohl schon zweite, Kapelle zu Ehren des hl. Hubertus zu Münk erbaut. (Hubertus: Bischof von Lüttich, der der Legende nach durch die Erscheinung eines Hirsches mit einem Kreuz im Geweih bekehrt wurde.)

1887 musste das alte Kirchlein einer neuen Kapelle weichen, die am 15.11.1888 benediziert wurde, wobei die Glocke aus dem Jahre 1758 fehlt.

Auch ein Priester ging im vorigen Jahrhundert aus der Gemeinde Münk hervor:

Josef Weddau, geb. 1874 auf der Eschbachmühle, Salesianer Don Boscos, wurde bei den Religionswirren in Mexiko gemartert. Weddau feierte im Jahre 1908, gleichzeitig mit der Eisernen Hochzeit seiner Großeltern, sein 1. Messopfer in der Kapelle von Münk.

1942 wurde die Glocke zur Herstellung von Kriegsmaterial abtransportiert und 1947 eine neue Stahlglocke von Getreidespenden angeschafft.

Zerstörung von Münk durch einen Sturm

Nach einem heftigen Gewitter brauste gegen Abend des 5. Juli 1922 ein fürchterlicher Wirbelsturm über Münk. Von Arbach Richtung Nachtsheim kommend, tobte er nur etwa 2 Minuten über der Ortschaft Münk. Benachbarte Orte blieben von diesem Naturereignis verschont.

Da der Sturm so heftig war, reichte diese kurze Zeit, um keinen Stein auf dem anderen zu lassen. Kein einziges Haus im Ort blieb unbeschädigt. Selbst die Dorfschule erlitt größere Schäden. So wurde das Dach abgetragen und die Fenster zerstört. Nur die im Jahre 1888 fertig gestellte Dorfkapelle blieb von Sturmschäden bewahrt, während die Häuser ringsum stark beschädigt wurden. Ein Kugelblitz schlug in die Kapelle ein und beschädigte die Eingangstür und die Außentreppe. Ein im benachbarten Stall stehendes Pferd wird durch diesen Blitz getötet. Dachmaterial wie Dachpfannen, Bretter und Wäschestücke fand man in den benachbarten Orten Nachtsheim und Anschau. Sogar in Langenfeld wurden Dachpfannen und Schulzeugnisse aus Münk gefunden.

Schule

Nachdem die alte Schule den schulischen Bedürfnissen nicht mehr entsprach, wurde im Jahre 1895 ein neues Schulgebäude bezogen. Nach der zeitweisen Zerstörung des Schulgebäudes durch den Wirbelsturm 1922 und nach weiteren zahlreichen Renovierungsarbeiten wurde die Schule im Jahre 1965 aufgelöst. Fortan mussten die Münker Kinder die Schule in Nachtsheim besuchen. Nach weiteren umfangreichen Umbau- und Anbauarbeiten wird die ehemalige Schule seit 1985 als Dorfgemeinschaftshaus genutzt.

Wappen

Seit 1996 führt die Gemeinde Münk ein eigenes Wappen.

Die amtliche Beschreibung lautet:

"Unter goldenem Schildhaupt mit 3 roten Rauten balkenweise, in Blau 2 silberne Hirschstangen, dazwischen ein goldenes, lateinisches Kreuz."

Die Rauten des oberen Teils nehmen Bezug auf die Grafschaft Virneburg und der untere Teil verweist auf den Schutzpatron St. Hubertus.

Zur 650-Jahrfeier 1997 wehten auf 88 von insgesamt 91 Häusern die neu angeschafften Gemeindefahnen.

Literaturverzeichnis

  • Die Kunstdenkmäler des Kreises Mayen; 2. Halbband, S.259
  • Beiträge zur Geschichte sämtlicher Pfarreien der Diözese Trier; De Lorenzi, Pfarreien II, S.308f
  • Schannat–Bärsch; Eiflia ill. III. I, 2, S.87-89, S.107
  • Fabricius; Mayengau S.87–89
  • Iwanski, Wilhelm; Geschichte der Grafen von Virneburg
  • Landeshauptarchiv Koblenz
  • Manheller/Mertes; Nitz; Chronik eines geteilten Dorfes, S.204 Maße und Gewichte
  • Erich Mertes; Mühlen der Eifel; Geschichte - Technik - Untergang

Die Arbeit erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit der in der angegebenen Literatur vorgefundenen Angaben.

Die Verfasser: Karl-Heinz Schmitz, Ferdinand Retterath